„Mach‘ etwas, wofür du eine Leidenschaft hast!“

Ich lernte Aminata auf dem Reeperbahn Festival kennen. Ich blätterte durch das Programmheft, in dem sie als Speakerin angekündigt wurde. Nicht nur ihr Afro, der mich an Tingeltangel-Bob von den Simpsons erinnerte, stach mir in die Augen, sondern ebenfalls ihre sehr auffällige Brille.

Ich wusste, die will ich kennenlernen und kontaktierte sie.

Aminata Belli kommt aus einer Schaustellerfamilie. Mittlerweile wohnt sie in Hamburg und arbeitet als Journalistin, moderiert Musiksendungen im Warner Music YouTube Channel und ist Influencerin. Ich möchte herausfinden, wie sie sich selbst sichtbar macht und selbst vermarktet. Wusstet ihr eigentlich, dass es drei Arten von Musikern gibt? Auch darüber haben wir gesprochen.

„Ich habe junge Afromädchen empowert“

Vor sechs Jahren fing Aminata an auf YouTube zu erzählen, wie man sich als afrodeutsche Frau mit deutscher Kosmetik schminkt und sich die Haare macht. Sie wusste, sie ist mit diesem Problem nicht alleine. „Deutschland ist sehr multikulturell und es laufen sehr viele Afros über die Straßen. Aber das ist noch nicht so ganz angekommen bei den Einkäufern und bei den Chefredakteuren“, erklärt sie. Die Zahlen geben ihr Recht: Ihr YouTube Kanal fasst mittlerweile gut 29.000 Abonnenten. Sie redet aber nicht nur über Kosmetik für Afrodeutsche, sondern ebenfalls über politische sowie private Themen. „Mein YouTube Kanal ist wie ein Tagebuch oder eine Kolumne für mich“, erzählt sie. Beim Aufbau ihrer Community ist sie ihrer Intuition gefolgt. „Followerfishing“, so erzählt sie, hat sie nie betrieben.

Sie weiß wie wichtig z.B. die Rolle von regelmäßig erscheinendem Content in den Sozialen Netzwerken ist, Interaktion mit den Followern bzw. Abonnenten oder aber die Zusammenarbeit mit großen Partnern. Aber sie macht das, worauf sie Lust hat. „Das ist für mich erfüllender“, sagt sie. Wir sprachen über die Bedeutung von einer einheitlichen Bildsprache auf Instagram. Auch hier bricht sie mit den Konventionen. So postet sie z.B. Bilder von sich, die nicht gelungen sind. Sie möchte darauf aufmerksam machen, dass Frauenkörper nicht immer perfekt inszeniert sein müssen.

Aminata ist mit 29.000 YouTube Abonnenten und mit 27.000 Followern auf Instagram Influencerin.

„Aber ich sag auch immer gern, dass wir alle eigentlich Influencer sind, nur mit mehr oder weniger Reichweite“, erklärt sie. Sie erzählt, dass es am Ende des Tages keinen Unterschied macht, ob sie nun 30.000 oder 100.000 Follower hat, solang man etwas mitteilen möchte. Ihre Videos nimmt sie in ihren privaten Räumen auf. Früher hat sie noch ihre gesamte Wohnung gezeigt. Das macht sie mittlerweile nicht mehr. Jedoch nicht um ihre Privatsphäre zu schützen – sie fängt an zu lachen bevor sie den Satz beendet – sondern „weil die Wohnung „hässlicher“ geworden sei“, schiebt sie hinterher. Aminata lacht viel und das steckt an. Das hat auch Warner Music erkannt. Durch Zufall ist das Major Label auf sie aufmerksam geworden. Heute moderiert sie Veranstaltungen von Warner Music auf dem Reeperbahn Festival und Sendungen wie „We love our Fans“ oder „Warner on the Road“ im YouTube Kanal des Labels selbst.

Aminata lernt viele Stars und Sternchen kennen. Sie fängt an, über ein Interview mit Ed Sheeran zu erzählen. Sie vergleicht ihn erfolgshistorisch mit Michael Jackson.

Wir kommen in diesem Zusammenhang auf drei Arten von Musikern zu sprechen:

Typ A: Die Newbies wie z.B. Alice Merton. Die sind euphorisch und auf dem Boden geblieben.

Typ B: Die, die gerade auf ihrem Höhepunkt sind. Die zeichnen sich durch Arroganz aus.

Typ C: Die Superstars wie z.B. Linkin Park. Die sind wieder entspannt, lustig und plaudern.

Sie erzählt, Ed Sheeran befindet sich zwischen dem ersten und dem zweiten Typ. „Der ist sehr cool und sehr nett und auch sehr zugänglich und es ist auch easy“, fügt sie hinzu. Auch wenn man das nicht erwarten würde.

Mittlerweile hat Aminata eine Managerin an ihrer Seite. Sie bezeichnet sie als „Partnerin in Crime“. Sie schätzt es jemanden zu haben, dem sie vertrauen kann und die ihr Arbeit abnimmt.

Am Ende von unserem Gespräch meint Aminata, dass man mutig sein soll und das machen soll, wofür man eine Leidenschaft hat. Außerdem sagt sie etwas, das mich zum nachdenken bringt: „Selbst wenn der Weg besetzt ist, kann man vielleicht noch einen Nebenweg schaffen“. Ich stimme innerlich zu, denn viele neue Wege entstehen im Gehen. Aber dafür muss man erst einmal loslaufen.

Ihre Fans mögen ihre Authentizität und ihre Ansichten und weil sie eine Meinung hat, die sie vertritt. Aminata ist für viele junge Frauen ein Vorbild.

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