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​​Wie baue ich mir ein Netzwerk auf?

Eine Begegnung kann alles verändern.
Als ich im Studium meinen jetzigen Mann kennenlernte war es genau so eine Begegnung, denn sie veränderte mein Leben. Wir sind uns auf der Tanzfläche in einem Club über den Weg gelaufen. Von diesem Tag an gingen wir zu zweit durchs Leben. Und das, was hier so romantisch klingt, lässt sich auch auf die Karriere in der Musikbranche übertragen. Warum sollte es beim Netzwerken anders sein?

​©​ ​​​​​​​unsplash

​Eine Schritt für Schritt Anleitung

1. Schritt: Netzwerken beginnt im Kopf
Netzwerken meint erst einmal „nur“ den proaktiven Aufbau und die Pflege eines Kontaktenetzwerkes. Basis dafür bildet eine erste Begegnung mit einem Menschen und ein daraus entstehendes Gespräch.

Ich konnte es in den vergangenen Jahren beim Reeperbahn Festival beobachten, wie verbissen einige Musikerinnen und Musiker die Menschen abgefangen haben, bei denen gedacht wurde: „Ah, der bringt mich voran. Mit dieser Person muss ich reden und sie von mir überzeugen.“
Aber sollte man es nicht genau so machen?

Nein.

Bei einer Begegnung im Rahmen eines Netzwerk-Events geht es nicht darum etwas oder sich „zu verkaufen“. Es ist auch keine Möglichkeit nach einem Job zu fragen. Gesprächsbasis bei einer ersten Begegnung sind die offensichtlichen Schnittmengen, die beruflichen Gemeinsamkeiten oder der Austausch von branchenspezifischem Wissen. Der Gesprächsverlauf entscheidet dann darüber, ob es privater wird oder eben nicht. Es geht – egal worauf der Schwerpunkt des Gesprächs liegt – erst einmal nur um ein ehrliches und aufrichtiges Interesse am Gegenüber oder aber darum die aktive Hilfe und Unterstützung anzubieten.

Das Ziel dabei sollte sein die eine Person oder die Personen zu finden, mit der/denen man langfristig in Kontakt bleiben möchte. Es geht darum eine echte Beziehung aufzubauen die stark genug ist, dass sie das erste Treffen überdauert.

Wie baue ich mir ein Netzwerk auf?

Ich habe dir drei zentrale Fragen zusammengestellt, mit denen du auf jedem Netzwerk-Event mit den Menschen ins Gespräch kommst. Einfach links ins Formular eintragen, um sich die Fragen herunterladen zu können.

2. Schritt: Bin ich hier richtig?
Es kommt gar nicht so sehr auf die Masse der Netzwerk-Veranstaltungen an. Es geht darum, Teil der qualitativ hochwertigen Veranstaltungen zu sein. Das wiederum bezieht sich nicht auf den Inhalt eines Events, sondern richtet sich an die Menschen, die ebenfalls Teil dieser Veranstaltung sind. Das meint, dass jede Netzwerk-Veranstaltung vorbereitet werden musst. Finde heraus, wer alles vor Ort sein wird. Das ist häufig der Ankündigung eines Events zu entnehmen. Denn die wichtigsten Informationen, Insider oder Branchen-Trends werden bei einem Wein, Bier oder Kaffee ausgetauscht und nicht unbedingt während eines Vortrags, einer Keynote oder eines Konzertes selbst.

3. Schritt: Wer gehört in mein Netzwerk?
Wenn ich mir die Karrieren von Musikerinnen und Musikern angucke dann zeigt sich, dass es zwei Arten von Menschen gibt, die in ein Netzwerk gehören: Zum einen Menschen, die ähnliche Ziele verfolgen. Hier geht es nicht um Konkurrenz, sondern darum sich gegenseitig weiterzuhelfen z.B. durch das Herstellen von Kontakten oder Erfahrungsaustausch. Es geht darum gemeinsam zu wachsen. Zum anderen Menschen, die bereits dort sind wo man hinmöchte z.B. in Form von Mentoren, Erfolgsteams, Mastermind-Teams. Hier liegt der Fokus darauf von den Erfahrungen des Anderen zu profitieren und die Möglichkeit Insider-Informationen zu erfahren.

Welche Rolle jemand spielen könnte ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Aber sobald du anfängst dich in einem Branchen-Netzwerk zu bewegen wirst du feststellen, dass du immer den gleichen Menschen begegnest. Mit der Zeit werden Schnittstellen sichtbar und du erkennst, wer für wen relevant sein kann und auch wie du weiterhelfen und unterstützen kannst.

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4. Schritt: Suche dir eine Verbündete
Es ist viel einfacher sich mit Menschen zu verabreden und die Veranstaltungen gemeinsam zu besuchen. Wichtig hierbei ist es aber sich vor Ort voneinander zu trennen, um offener für Gespräche sein zu können.

Warum?

Diese Menschen stellen einen emotionalen Anker dar. Es ist das Wissen darüber, dass sich in diesem Raum eine Person befindet, der es ebenfalls schwer fällt und damit genauso empfindet wie du. Darüber hinaus kannst du dich immer zu dieser Person stellen und dich mit ihr unterhalten. Das spendet Kraft.

Dein eigenes Verhalten unterstützt dich außerdem dabei Körpersprache deuten zu lernen. Menschen die zu zweit zusammenstehen und sich angucken signalisieren, dass sie für sich bleiben möchten. Menschen die zu zweit zusammen stehen, sich aber zu den Menschen hin geöffnet haben, sind offen für Gespräche. Die gilt es anzusprechen.

5. Schritt: Lasse dich vorstellen
Jeder kennt jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt. Bist du mit einer Arbeits- oder Musikerin-Kollegin oder mit einer Freundin auf einem Netzwerk-Event unterwegs, so könnt ihr euch gegenseitig eure „neuen“ Kontakte vorstellen, die ihr jeweils kennengelernt habt. Solltest du alleine auf einer solchen Veranstaltung unterwegs sein, dann wende dich an den Organisator des Events (sofern du ihn kennst).

Über die Autorin

Ich bin Imke und war als Bookerin sowie Promoterin und bin als Produkt- und Labelmanagerin seit fast einem Jahrzehnt Teil der Musikbranche. 2017 gründete ich dann RAKETEREI.  

RAKETEREI ist eine Community, die mittlerweile​über 800 Musikerinnen fasst (Stand Oktober 2019). Als Mentorin unterstütze ich die Künstlerinnen dabei eine profitable musikalische Karriere aufzubauen, in dem wir uns mit Themen rund um Künstlerinnen-Identität finden sowie schärfen, individuelle Arbeits- und Selbstvermarktungsstruktur, Positionierung im Musikmarkt, Reichweitenaufbau und Wachstum auseinandersetzen.

Ziel ist es den Musikerinnen mit einem unternehmerischen Mindset auszustatten, damit sie sich erfolgreich am Musikmarkt positionieren können. RAKETEREI ist die Räuberleiter für Musikerinnen in die Musikbranche.

Imke Machura - raketerei

​​6. Schritt: Sage Danke. Immer.
Weißt du wie viele Visitenkarten du schon eingesammelt hast? Ab einem gewissen Punkt hört man auf zu zählen. Um die Anzahl dieser Art von Karten geht es aber nicht. Es ist viel entscheidender wie es nach dem Gespräch weitergeht. Hierbei gibt es zwei Dinge zu beachten: Zum einen sollte sich wenige Tage nach dem Kennenlernen auf einem Netzwerk-Event per E-Mail für das Gespräch bedankt werden. Ich habe es schon sehr oft erlebt, dass dann das Gespräch via E-Mail weiterging, weil sich die Gedanken darum weiter drehten. Zum anderen sollte etwas das abgesprochen wurde auch eingehalten werden. Komme was wolle. Denn ist diese Verbindung erst einmal hergestellt, sollten die Kontakte gepflegt werden. Voraussetzung hierfür ist natürlich, das die Visitenkarten ausgetauscht werden.

7. Schritt: Unterschätze die Macht des Netzwerkens nicht
Es ist wichtig sich ein Netzwerk aufzubauen BEVOR du es brauchst. Die Musikbranche ist klein. Wenn du auf jedem einigermaßen wichtigen Event fehlst, dann nimmt dich die Musikbranche auch nicht wahr. Hinzu kommt, dass beim Netzwerken Informationen ausgetauscht werden, die es nirgends sonst zu erfahren gibt. Es hilft dir dabei zu erkennen wo sich die Branche hinbewegt. Und dieses Wissen ist unfassbar wichtig, wenn es um die eigene Karriere in der Musikbranche geht.

8. Schritt: Vermeide diese drei Fehler

1) Nimm dir keine Zeit fürs Netzwerken.

2) Warte nicht, dass die Leute zu dir kommen und reagiere dann nur.

3) Bleibe unter deines Gleichen.

Es gibt zwei Gründe Menschen zu treffen: Entweder du veränderst ihr Leben oder sie verändern deins.

Du kannst dir dann ein fruchtbares Netzwerk aufbauen, wenn du Klarheit darüber hast wo du als Musikerin hin möchtest bzw. was du erreichen möchtest (Stichwort: Vision). Das bietet dir einen Gradmesser dafür, abwägen zu können welche Veranstaltung Sinn macht und welche möglicherweise nicht.

Jayson Gaignard, der Gründer von Mastermindtalk hat das Sprichwort geprägt: Wenn du die klügste Person im Raum bist, bist du im falschen Zimmer.

Das richtige Zimmer zu finden hat etwas mit dem Verlassen der Komfortzone zu tun. Vor allem dann, wenn du dich eher als eine introvertierte Person wahrnimmst oder beschreibst. Denn da kostet Netzwerken mehr Energie, als bei jemandem, der sich als extrovertiert beschreiben würde. So oder so – Dein berufliches sowie persönliches Wachstum liegt genau an diesen Orten: außerhalb von dem, was dir sonst eher leicht fällt und wo du vielleicht alle Menschen bereits kennst.

Du darfst es aber durchaus langsam angehen. Jemand der anfängt und kleine Schritte macht, kommt immer noch schneller voran als der, der erst gar nicht anfängt. Fange erst einmal mit einem Event an.

Das tolle ist, dass du in diese Art von Gesprächen hereinwächst. Kannst du dich noch daran erinnern, als du das erste Mal als Musikerin auf der Bühne gestanden hast im Vergleich zu heute? Du bist in die Rolle reingewachsen. Und genauso verhält es sich auch beim Netzwerken.

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Meine Mission

Als Co-Pilotin und Partnerin in Crime unterstütze ich dich dabei eine profitable musikalische Karriere aufzubauen. RAKETEREI ist Deine Räuberleiter in die Musikbranche.

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