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Warum dich der Album-Release mehr kostet als gedacht – und welche versteckten Ausgaben du kennen musst
Was kostet es wirklich, ein Album zu veröffentlichen? Die Zahl von 15.000 € klingt erstmal gewaltig – und doch liegt sie oft im realistischen Bereich. Viele Musikerinnen unterschätzen die vielen kleinen und großen Posten, die sich über die Monate der Produktion und Veröffentlichung summieren. Dabei geht es nicht nur um Studiozeit und Pressung, sondern auch um versteckte Kosten, die oft erst spät sichtbar werden.
In diesem Blogartikel erfährst du, mit welchen Album-Release Kosten du rechnen solltest – und wie du deine Planung realistisch und professionell angehst.
Welche Faktoren beeinflussen die Album-Release Kosten?
Eines vorweg: Die Kosten hängen stark davon ab, wie viel du selbst machen kannst – und wie gut du verhandeln kannst. Außerdem spielt dein Netzwerk eine große Rolle: Sind deine Mitmusiker:innen Freund:innen oder Profis? Arbeitest du mit einer Produzentin/einem Produzenten zusammen oder machst du das meiste selbst?
Dazu kommen logistische Fragen: Wo wohnst du? Wie weit musst du zum Studio fahren? Musst du Unterkünfte buchen? All diese vermeintlich nebensächlichen Posten haben Einfluss auf dein Budget.
Fazit: Album-Release Kosten sind immer individuell – aber es gibt typische Ausgabeposten, die fast jede Musikerin betreffen.
Was kostet die Studioarbeit inklusive Band und Technik?
Die erste größere Ausgabensäule ist das Studio. Sobald du deine Songs geschrieben hast, geht es ans Proben und Aufnehmen – oft mit Gastmusiker:innen oder deiner Band. Diese Zeit kostet Geld:
- Studiomiete (Stunden- oder Tagessatz, oft ab 60 € bzw. 400 € pro Tag)
- Honorare für Mitmusiker:innen (ebenfalls häufig 400 € pro Tag)
- Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung
Ob du mit einer Produzent:in, Toningenieur:in oder einer All-in-One-Person arbeitest – du solltest in jedem Fall mit professionellen Honoraren kalkulieren. Auch hier kann der Tagessatz schnell bei 400 € oder mehr liegen.
Was kostet Mixing und Mastering wirklich?
Dein Album ist im Kasten – doch veröffentlicht wird es erst nach dem Mixing und Mastering. Und genau hier liegen oft die höchsten Einzelkosten. Angebote starten bei etwa 600 € pro Song und reichen bis zu 4.000 € – je nach Studio, Genre und Anspruch. Selbstverständlich könntest du das Mixing und Mastering in deinem eigenen Home Studio übernehmen. Hier würden dann die Kosten für das entsprechende Equipment anfallen. Dies gilt es vorab gut zu überlegen.
Bei einem Album mit 12 Tracks kommst du schnell auf Summen im fünfstelligen Bereich. Auch wenn du mit kleineren Budgets arbeitest: Gute Tonqualität ist nicht verhandelbar, wenn du mit deiner Musik bestehen willst.
Wie hoch sind die Produktionskosten für eine CD oder LP?
Sobald dein Album fertig ist, möchtest du es physisch vertreiben – als CD oder LP. Dafür brauchst du eine Pressung:
- CD-Pressung (500 Stück): ca. 500 €
- LP-Pressung (500 Stück): ab ca. 1.600 €
Dazu kommen GEMA-Kosten, die je nach Nutzung auf dich zurückfallen können, sowie die Gestaltung des Artworks. Hier solltest du unbedingt mit einer erfahrenen Grafikerin arbeiten – und 500–1.200 € einplanen. Umfang und Korrekturschleifen beeinflussen den Preis zusätzlich.
Welche Ausgaben entstehen rund ums Fotoshooting?
Ein professionelles Fotoshooting ist essenziell für dein Cover, Pressebilder und Social Media. Gute Fotograf:innen, die mit Musikerinnen arbeiten, starten bei etwa 800 €. Dafür erhältst du in der Regel ein umfangreiches Paket mit 80–120 Bildern.
Zusätzliche Kosten entstehen durch:
- Visagistin
- Requisiten oder Kostüme
- Reiselogistik und Übernachtung
Diese Nebenkosten können das Shooting deutlich teurer machen – und sollten nicht vergessen werden.
Wie teuer ist gute Promotion – und lohnt sie sich?
Kein Album verkauft sich ohne Aufmerksamkeit. Deshalb brauchst du ein Promobudget – besonders, wenn du in Medien präsent sein willst.
Ab ca. 2.000 € bekommst du eine reine Printkampagne. Radio und TV sind deutlich teurer, bringen aber auch mehr Sichtbarkeit.
Denke auch an die Versandkosten physischer Exemplare:
- CD: ca. 1,60 € Versand pro Stück
- LP: ca. 5,49 €
Und du brauchst Material:
- Pressetext (ab ca. 300 €, ggf. plus Übersetzung)
- Anzeigen (Kulturrabatt nutzen, dennoch ab ca. 600 € pro Magazin)
- ggf. Meta-Ads (2.000–3.000 € als realistischer Startwert)
DIY oder Label – welche Veröffentlichungskosten kommen sonst noch auf dich zu?
Wenn du ohne Musiklabel veröffentlichst, brauchst du einen eigenen Vertrieb. Entsprechende Plattformen kosten ab 9 € aufwärts – abhängig von deinen Anforderungen.
Dazu kommen laufende Kosten für:
- Website und Hosting
- Newsletter-Tools
- ggf. Software zur Contentplanung oder E-Mail-Automation
Auch hier gilt: Kleinvieh macht leider auch Mist – die monatlichen Beiträge summieren sich über die Dauer des Release-Prozesses.
Fazit: Was du über Album-Release Kosten wissen musst
Ein Album zu veröffentlichen kostet – und zwar mehr, als viele Musikerinnen anfangs denken. Typische Kostenblöcke sind:
- Studioarbeit, Musiker:innen und Technik
- Mixing & Mastering
- Artwork, Pressung, Fotoshooting
- Promotion und Versand
- Laufende Tools und Vertrieb
Wenn du mit 15.000 € planst, liegst du im realistischen Bereich – nach oben ist alles offen. Wichtig ist: Kümmere dich frühzeitig um dein Budget und kalkuliere ehrlich. So hast du deine Kosten von Anfang an im Blick und wirst hinterher nicht böse überrascht.
In meiner Podcastfolge erkläre ich dir die Kostenpunkte im Detail und teile meine Erfahrung mit dir. Hör unbedingt rein!
In dieser Podcastfolge lernst du:
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Über die Autorin
Ich bin Imke und war als Bookerin sowie Promoterin und bin als Produkt- und Labelmanagerin seit mehr als einem Jahrzehnt Teil der Musikbranche. 2017 gründete ich dann RAKETEREI.
RAKETEREI ist die beliebteste Musikerinnen-Community im deutschsprachigen Raum. Als Mentorin, Ideengeberin und Partnerin in Crime unterstütze ich die Künstlerinnen dabei, sich eine profitable musikalische Karriere aufzubauen, in dem wir uns mit Themen rund um Künstlerinnen-Identität finden sowie schärfen, individuelle Arbeits- und Selbstvermarktungsstruktur, Positionierung im Musikmarkt, Reichweitenaufbau und Wachstum auseinandersetzen.
Ziel ist es den Musikerinnen mit einem unternehmerischen Mindset auszustatten, damit sie sich erfolgreich am Musikmarkt positionieren können. RAKETEREI ist die Räuberleiter für Musikerinnen in die Musikbranche.

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Als Mentorin, Ideengeberin und Partnerin in Crime unterstütze ich dich dabei, eine profitable und unabhängige Karriere in der Musikbranche aufzubauen. RAKETEREI ist deine Räuberleiter in die Musikbranche.
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