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Welche Möglichkeiten gibt es, Musik zu veröffentlichen und was sind die Vor- und Nachteile?

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, Musik zu veröffentlichen. Wie und wo du das tust, richtet sich vor allem nach deinen eigenen Vorstellungen, Gewohnheiten und Zielen. Was ist für dich der beste Weg, um deine Musik in die Welt zu schicken? Ich stelle dir drei Möglichkeiten vor und zeige auf, welchen Nutzen, aber auch welche vielleicht ungünstigen Auswirkungen die jeweilige Option für dich bringen kann – damit du die für dich richtige Wahl treffen kannst. Außerdem ziehe ich nach jeder Möglichkeit ein Fazit.


In diesem Blogartikel lernst du:

  • Welche Möglichkeiten du hast deine Musik zu veröffentlichen.
  • Welche Vorteile die jeweiligen Möglichkeiten mit sich bringen.
  • Welche Nachteile die jeweiligen Möglichkeiten mit sich bringen.

© Cata

1. Das Labelsigning

Vorteile:

  • NETZWERK: Jedes Musiklabel, unabhängig ob groß oder klein, hat ein Netzwerk, auf das es zurückgreifen kann und von dem du gleichermaßen profitierst.
  • KANÄLE: Ein Label hat natürlich auch professionell betreute Social-Media-Kanäle, einen engen Kontakt zu den passenden Journalisten und Bloggern, Experten, die Ads schalten können usw. Hier werden die News zu Künstlerinnen und Musik nicht nur gepostet, sondern auch explizit beworben.
  • ANSPRECHPARTNER: Solltest du Fragen haben, dir unsicher sein oder dich auf den neuesten Stand bringen wollen, hast du einen direkten Ansprechpartner beim Label. Das spart zum einen Zeit, die du sonst mit dem mühsamen Suchen nach Antworten verbringen müsstest und du kannst dir (relativ) sicher sein, dass du auch eine sinnvolle Auskunft bekommst.
  • KOSTENÜBERNAHME: In einer idealen Welt übernimmt das Label alle anfallenden Kosten – von der Produktion bis zur Promotion. Leider ist das aber nicht immer der Fall: Das kommt ganz darauf an, was du mit dem Label verhandelst, denn nicht alle übernehmen 100 % der entstehenden Kosten. Es gibt hier ganz unterschiedliche Deals.
  • BRANCHENSTRUKTUREN: Die Labels sind am Puls der Zeit – gerade die Majors werden in viele Entscheidungen am Markt mit einbezogen, sind super vernetzt und haben feste Ansprechpartner bei Streamingdiensten oder im Digitalvertrieb. Labels wissen, wo sich der Markt hin entwickelt.
  • REPUTATION: Jedes Musiklabel hat einen bestimmten Ruf, ein festes Image, unter dem es bekannt ist – das sorgt auch über die Genregrenzen hinaus für Sichtbarkeit, selbst wenn es eine noch so kleine Nische ist.
  • FOKUSSIERTES ARBEITEN: Hast du einen Plattenvertrag, kannst du dich ganz auf deine Musik, das Songwriting und Spielen konzentrieren – denn den Rest erledigt das Label.

Nachteile:

  • EINNAHMEN-SPLIT: Alle Einnahmen rund um deine Musik werden, je nach Plattendeal, zwischen dem Label und dir aufgeteilt.
  • VERTRAGSBINDUNG: Viele Labels signen ihre Künstlerinnen für mehrere Produktionen, denn ein Label ist ein Wirtschaftsunternehmen, das Mischkalkulationen anstellen muss. Meist ist bei einer neuen Künstlerin und deren ersten Album sehr viel Arbeit nötig, um eine Fanbase aufzubauen und die Platte sichtbar zu machen. Beim zweiten Album, das wahrscheinlich ein Jahr später erscheint, ist es dann schon einfacher, denn der Name der Künstlerin wird bereits mit dem Label in Verbindung gebracht und sie ist prinzipiell bekannter und sichtbarer. Es könnte also ein Nachteil sein, dass du nicht aus deinem Vertrag herauskommst, weil du vielleicht nun in eine andere Richtung gehen möchtest oder etwas anderes möchtest, als das Label dir geben kann/möchte.  
  • MITSPRACHERECHT: Hast du einen Plattenvertrag unterschrieben, kann es sein, dass du nur bedingt ein Mitspracherecht bei allen Entscheidungen rund um deine Musik hast. Natürlich ist alles verhandelbar, aber darauf musst du eben vorher achten. Es gibt Labels, die sich mit den Künstlerinnen zusammensetzen, um deren Vision zu kennen und bei denen auch bei größeren Entscheidungen Rücksprache gehalten wird – und es gibt Labels, bei denen du nur wenig Möglichkeiten hast, an Entscheidungen mitzuwirken.

Mein Fazit: Ein Plattenvertrag ist aber auch nicht die Antwort auf alles. Die Musikbranche hat sich in den letzten Jahren stark verändert und damit auch die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern. Ein Signing bei einem Label lässt sich mit einem Arbeitgeber vergleichen, der ein ganz bestimmtes Ziel verfolgt – und du bist die Angestellte, die den Input dazu liefert.

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2. Die Gründung eines eigenen Labels

Vorteile:

  • UNABHÄNGIGKEIT: Bei deinem eigenen Label hast du die volle Kontrolle: Du entscheidest, ob du deine Musik über Streaming anbietest, was in den Social Media gepostet wird oder wer dein Mastering übernimmt. Du musst keine Kompromisse eingehen und kannst alles genau so umsetzen, wie du es dir vorstellst.
  • EINNAHMEN: Was du einnimmst, gehört zu 100 % dir. Du musst weder die Einnahmen durch Streaming oder Merchandising aufgliedern, noch einen Teil deiner Gage abgeben.
  • GERINGE INVESTITION: Ein Label zu gründen, ist gar nicht so kostspielig, wie du vielleicht denkst. Im Vergleich zu einer wirtschaftlichen Unternehmensgründung musst du weniger investieren.

Nachteile:

  • ZEIT: Ein eigenes Label zu gründen, erfordert einen hohen zeitlichen Aufwand. Das kannst du nicht mal eben so nebenbei laufen lassen.
  • RISIKO: Du trägst das volle finanzielle Risiko. Du musst nicht nur beim Aufnehmen, Mastern oder Pressen deiner Platte in Vorleistung gehen, sondern dir auch überlegen, wo du das ganze Material lagerst, ob du dafür vielleicht etwas anmieten musst etc.
  • GERINGE EINNAHMEN: Gerade zu Beginn werden deine Einnahmen eher gering sein, denn es dauert eine Weile, bis du sichtbar wirst und sich deine Strategie bemerkbar macht (die du auf jeden Fall brauchst!).
  • FEHLENDES NETZWERK: Am Anfang musst du viel Zeit und Energie in den Aufbau eines Netzwerkes stecken.
  • FEHLENDES TEAM: Auch wirst du vermutlich erst einmal allein arbeiten müssen, weil du dir noch keine Unterstützung leisten kannst.
  • MARKTBEOBACHTUNG: Du musst selbst dein Ohr auf den Schienen haben, um immer aktuell auf dem Stand zu sein, wo sich die Branche hin entwickelt, damit du weißt, in welche Richtung du gehen musst.

Mein Fazit: Du brauchst Zeit, Geld, ein Netzwerk und viel Wissen rund um die Musikbranche – zu Strukturen, Veröffentlichungsmöglichkeiten usw., aber du bist unabhängig!

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3. Mieten einer Vertriebsinfrastruktur

Was bedeutet das genau? Der Ausgangspunkt ist folgender: Du hast deine eigene Homepage, nimmst deine Musik selbst auf, lässt sie mastern, beschäftigst evtl. eine Promoterin, eine Bookerin (oder machst das selbst) und suchst dir dann eine Musikvertriebsplattform, die dafür sorgt, dass deine Musik beispielsweise bei Spotify verfügbar ist. In diesem Segment gibt es viele verschiedene Anbieter, z. B. recordJet (mit Sitz in Deutschland) oder CD Baby (Sitz in den USA).

Vorteile:

  • KREATIVE FREIHEIT: Auch hier wird dir nicht vorgeschrieben, wie deine Musik zu klingen hat, wie dein Booklet aussehen soll, wo die EAN hinkommt usw.
  • FESTER ANSPRECHPARTNER: Bei allen Fragen rund um die Distribution deiner Musik, das Playlist-Pitching oder wie deine CD in einen Store kommt, hast du einen Ansprechpartner, der dir weiterhilft.
  • NETZWERK: Die Musikvertriebsplattformen sind hervorragend vernetzt, haben direkte Kontakte und feste Ansprechpartner bei den Streamingdiensten, beim Presswerk oder können Empfehlungen für passende Promoter aussprechen.
  • KEINE VERTRAGLICHE BINDUNG: In der Regel buchst du die Vertriebsinfrastruktur für nur eine Produktion und zahlst dafür die vereinbarte Gebühr. Der Vertrieb sichert sich damit aber keine Rechte an deiner Platte.
  • KNOW-HOW: Du lernst nach und nach die Strukturen und Eigenheiten der Musikbranche kennen, was bei späteren Veröffentlichungen von Vorteil sein kann, weil du dich dann schon auskennst.

Nachteile:

  • ZUSÄTZLICHE KOSTEN: Es entstehen Kosten, wenn z. B. eine Promoterin zusätzlich mit an Bord geholt wird sowie die angemietete Vertriebsinfrastruktur selbst.
  • ABRECHNUNG: Du musst mit einkalkulieren, wie der gewählte Musikvertrieb abrechnet – im digitalen Bereich meist nur einmal pro Quartal, bei physischen Produkten vielleicht monatlich. Man sollte einfach mit auf dem Schirm haben, dass es hier zu Verzögerungen kommen kann.
  • NETZWERK/TEAM NOTWENDIG: Entscheidest du dich für diese Art der Veröffentlichung, solltest du daran denken, dass du trotzdem selbst dafür verantwortlich bist, auf deine Musik aufmerksam zu machen, denn der gebuchte Dienst ist einzig für die Verteilung deiner Musik zuständig.
  • ERREICHBARKEIT DER ANSPRECHPARTNER: Häufig sind die Ansprechpartner nur per E-Mail erreichbar. Nutzt du einen Service, der nicht in Deutschland verortet ist, musst du in einer fremden Sprache kommunizieren und, je nach Land, mit zeitverzögerten Antworten rechnen.

Mein Fazit: Den Service eines freien Musikvertriebs zu nutzen, ist der wohl gängigste und einfachste Weg, um Musik zu veröffentlichen. Diese Option eignet sich ganz besonders, wenn du beispielsweise deine allererste Platte veröffentlichst oder nur ganz selten etwas Neues releast.

Über die Autorin

Ich bin Imke und war als Bookerin sowie Promoterin und bin als Produkt- und Labelmanagerin seit fast einem Jahrzehnt Teil der Musikbranche. 2017 gründete ich dann RAKETEREI.  

RAKETEREI ist eine Community, die mittlerweileüber über 1.300 Musikerinnen fasst (Stand Juli 2020). Als Mentorin unterstütze ich die Künstlerinnen dabei eine profitable musikalische Karriere aufzubauen, in dem wir uns mit Themen rund um Künstlerinnen-Identität finden sowie schärfen, individuelle Arbeits- und Selbstvermarktungsstruktur, Positionierung im Musikmarkt, Reichweitenaufbau und Wachstum auseinandersetzen.

Ziel ist es den Musikerinnen mit einem unternehmerischen Mindset auszustatten, damit sie sich erfolgreich am Musikmarkt positionieren können. RAKETEREI ist die Räuberleiter für Musikerinnen in die Musikbranche.

Imke Machura - raketerei

Es gibt viele Wege, die eigene Musik zu veröffentlichen – über einen Plattenvertrag bei einem Label deiner Wahl, über eine selbstständige Labelgründung oder auf eigene Faust mit einer gemieteten Infrastruktur. Bekanntlich hat jede Medaille zwei Seiten, so auch bei dieser Entscheidung. Es gibt kein prinzipielles Richtig oder Falsch: Es muss einfach zu deinen Vorstellungen passen. Du musst dir darüber klar werden, was dir wichtig ist, worauf du vielleicht verzichten kannst oder was du ganz unbedingt brauchst.

Meine Mission

Als Co-Pilotin und Partnerin in Crime unterstütze ich dich dabei eine profitable musikalische Karriere aufzubauen. RAKETEREI ist Deine Räuberleiter in die Musikbranche.

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