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Keine Angst vor Online-Konzerten – wie du den Sprung in die Wohnzimmer deiner Fans schaffst

Für die Durchführung von Online-Konzerten musst du kein Informatik- oder Technikgenie sein – für die Künstlerin ist es aber trotzdem etwas völlig anderes, als, wie sonst, vor Publikum zu spielen. Was bedeutet es also, ein Online-Konzert zu veranstalten? Um diese Frage so praxisnah wie möglich zu beantworten, habe ich mir Marie-Luise Dingler vom Violinduo »The Twiolins« eingeladen. Ihr Erfahrungsbericht soll dir helfen, den Weg hin zu einem eigenen Online-Konzert besser zu meistern.


In diesem Blogartikel erfährst du:

  • Wie man ein Online-Konzert veranstaltet.
  • Wo Stolperfallen lauern können.
  • Welche Rolle dein Newsletter-Verteiler spielt.

© Marie-Luise Dingler

Inmitten von Schwierigkeiten liegen oft die Möglichkeiten

Wie so vieles in diesen Zeiten verfällt oder entsteht ein Projekt oft im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie oder den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen. So war es auch bei Marie-Luise Dingler: Nach der ersten Phase, die geprägt war von Sorgen und deprimierender Stimmung, weil die Konzerte reihenweise abgesagt worden sind, trat sie mit ihrem Duo »The Twiolins« in Aktion. Sie nahmen Musikvideos auf, um ihren YouTube-Kanal weiter ausbauen zu können.

Die Corona-Pandemie war noch relativ jung, als in der Musikbranche die Online-Konzerte wie Pilze aus dem Boden schossen. Marie-Luise erinnert sich noch genau an ihre ersten Eindrücke dazu – am Anfang haben unendlich viele Kunstschaffende alles Mögliche gestreamt. Doch auf diesen Zug wollte sie nicht sofort mit aufspringen, denn sie hielt das alles für etwas viel und wollte sich die Sachen in Ruhe überlegen – ein Freund von Schnellschüssen ist sie nämlich nicht. Mit den ersten Gerüchten um die Lockerungen der Corona-Maßnahmen war dann der erste Streaming-Hype auch schon wieder vorbei.
Die Lockerungen machten aber noch keine Konzerte möglich und so entschied sich Marie-Luise, eigene Online-Konzerte durchzuführen. Die Entscheidung war nicht nur ihren treuen Fans geschuldet, die mittlerweile alle CDs und Merchandising-Produkte aufgekauft hatten, sondern auch der eigenen Sehnsucht, endlich wieder spielen zu können. 

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1. Schritt: Online-Livekonzerte mit strategischem Konzept

So entwickelte sie erst einmal ein Konzept für eine stimmige Online-Konzertreihe – Vivaldis »Vier Jahreszeiten« in vier einzelnen Konzerten. Die Idee für die Einzelkonzerte entstand ganz einfach daraus, dass Menschen i. d. R. vor dem Bildschirm Konzerten nicht so lange folgen können, denn klassische Konzerte gehen schon mal gern bis zu 120 Minuten, und Klassikfreunde stehen auf Zyklen.

Diese ersten strategischen Überlegungen solltest du bei deinen eigenen Projekten nicht unterschätzen, denn bevor du dich mit der Technik und Vermarktung deines Online-Konzertes beschäftigst, sollte klar sein, was zu deinem Stil und zu deiner Zielgruppe passt und welche Geschichte du erzählen willst.

2. Schritt: Welche Streaming-Plattform wurde genutzt und warum?

Marie-Luise nutzte YouTube als Streaming-Plattform – zum einen, weil das Duo bereits auf YouTube vertreten war und, ganz wichtig, weil die Zielgruppe sich bereits mit dieser Plattform auskennt. Außerdem ist sie sehr einfach zu bedienen, auch für eher Ungeübte, quasi selbsterklärend. Das Konzert wurde bei YouTube jedoch nicht öffentlich gezeigt, sondern mit einer Ticketsperre versehen, das heißt, es wird nicht von der Plattform selbst gelistet. Es ist lediglich für das Publikum mit einem gekauften Ticket zugänglich.

3. Schritt: Wie wurden e-Tickets erstellt und wie verkauft

Das Violinduo hatte vorher klar für sich festgelegt, dass es mit ihrem Streaming-Konzert nicht nur ihr eigenes, bereits bekanntes Publikum erreichen, sondern ihre Reichweite ausbauen und diese Möglichkeit nutzen wollte, um auf das kommende Album aufmerksam zu machen. Als Ticketplattform haben sie Eventbrite gewählt. Auch wenn dieser Anbieter eine Provision kassiert, liegen die Vorteile doch auf der Hand: Jede Zahlungsform ist möglich, und es gibt eine E-Mail-Automation. Unterschiedliche Zahlungsformen als Auswahl zur Verfügung zu stellen, ist deswegen so wichtig, weil die Menschen bei Online-Konzerten die Tickets erfahrungsgemäß erst direkt vor der Veranstaltung kaufen und dann sehr häufig PayPal als Zahlungsmittel wählen – aber eben auch nicht alle. Die E-Mail-Automation macht es darüber hinaus möglich, automatische E-Mails an alle Ticketkäuferinnen zu senden, z. B. Erinnerungen an das Konzert, technische Hinweise oder auch Danksagungen nach dem Konzert.

Wie genau war die Ticketstaffelung aufgestellt?
Die Ticketstaffelung kann völlig individuell gestaltet werden, es sollte dabei jedoch daran gedacht werden, dass sich die Zielgruppe auch in diesem Preissegment wiederfindet, egal ob nach unten oder oben. Bei Marie-Luise sah die Staffelung wie folgt aus: Normal-Ticket: 10,00 €, Ticket mit CD-Vorbestellung: 30,00 € (die gerade aufgenommene CD wurde dann an die Käuferinnen gesendet) und ein Corona-Sofort-Ticket: 100,00 € als Unterstützerticket für die Künstlerinnen mit einer persönlichen Video-Danksagung und einem unveröffentlichten MP3-Track.

Bei der Preisgestaltung ist es wichtig, es dem Käufer so einfach wie möglich zu machen. Mehr als drei unterschiedliche Tickets sollte es nicht geben.

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Warum sind Follower keine Fans?


Die Anzahl des Contents, der täglich in den Sozialen Netzweerken hochgeladen wird steigt von Jahr zu Jahr. Wer soll das denn noch alles konsumieren? Es ist eine Schlacht um die Aufmerksamkeitsökonomie des Zuschauers entbrannt. Um dem entgegenzuwirken wird einfach noch mehr Content in die Sozialen Medien gekippt. Aber auch das macht Follower nicht zu Fans, oder? Nein, denn die Stellschrauben eine nachhaltige Fanbase aufzubauen sind andere. Warum?

4. Schritt: Wie wurde das Konzert für das bekannte Publikum beworben?

Schritt 4.1: eine Pressemeldung (die aber leider nicht den erhofften Erfolg gebracht hatte, was auch an der Meldung selbst gelegen haben könnte, wie Marie-Luise selbstkritisch, aber mit einem Lächeln, feststellt) musste geschrieben und an die Medien verschickt werden.

Schritt 4.2: der eigene E-Mail-Verteiler, der hier der wichtigste Kommunikationskanal war. Im Newsletter wurde das Konzert ca. zwei Wochen vorher angekündigt und regelmäßig daran erinnert. Hierzu gehört auch das Teilen der Veranstaltung auf allen Social-Media-Plattformen – je nachdem, wo die Musikschaffenden selbst vertreten sind.

Schritt 4.3: Facebook-Ads, die nur für die eigenen Fans geschaltet wurden.

5. Schritt: Wie wurde mit dem YouTube-Chat während des Online-Livekonzertes umgegangen?

Der Umgang mit dem YouTube-Chat richtet sich nach der Zielgruppe. Im klassischen Bereich ist es wichtig, die Musik wirklich im Block zu spielen und nicht zwischen den einzelnen Stücken die Geige zur Seite zu legen, um ein paar Statements zu tippen – das passt einfach nicht. Für den Anfang und das Ende ist der Chat jedoch wichtig, so sollte explizit auf die Möglichkeit des Chats verwiesen werden, um z. B. abzufragen, ob alle etwas hören und sehen, Zugaben gewünscht werden oder für Feedback und einen kleinen Small Talk nach dem Konzert.

6. Schritt: Welches Equipment ist für ein qualitativ hochwertiges Streaming-Konzert notwendig?

Grundsätzlich sollte das Equipment immer im Verhältnis zum Anspruch stehen. Es lohnt sich nicht, für ein Online-Konzert eine Ausrüstung für mehrere tausend Euro zu kaufen – aber wer sie schon zu Hause hat, der sollte sie auch einsetzten, um seinem Publikum etwas zu bieten. Für das technisch notwendige Equipment habe ich dir hier eine ausführliche (vielleicht nicht zu 100 % vollständige) Liste zusammengestellt.

Über die Autorin

Ich bin Imke und war als Bookerin sowie Promoterin und bin als Produkt- und Labelmanagerin seit fast einem Jahrzehnt Teil der Musikbranche. 2017 gründete ich dann RAKETEREI.  

RAKETEREI ist eine Community, die mittlerweile über 1.300 Musikerinnen fasst (Stand Juli 2020). Als Mentorin unterstütze ich die Künstlerinnen dabei eine profitable musikalische Karriere aufzubauen, in dem wir uns mit Themen rund um Künstlerinnen-Identität finden sowie schärfen, individuelle Arbeits- und Selbstvermarktungsstruktur, Positionierung im Musikmarkt, Reichweitenaufbau und Wachstum auseinandersetzen.

Ziel ist es den Musikerinnen mit einem unternehmerischen Mindset auszustatten, damit sie sich erfolgreich am Musikmarkt positionieren können. RAKETEREI ist die Räuberleiter für Musikerinnen in die Musikbranche.

Imke Machura - raketerei

Welche Erfahrungen wurden gesammelt, wie fällt das gesamte Feedback aus?

1. Marie-Luise und ihr Team sind sehr zufrieden und froh über diese neuen und guten Erfahrungen.
2. Sie haben direkt mit den Ticketverkäufen ein bisschen Geld verdient. Die Einnahmen ersetzen den Verlust durch die abgesagten Konzerte zwar nicht, aber das Potenzial von      Online-Konzerten wurde offensichtlich.
3. Es haben sich daraus neue Kontakte ergeben, die zu bezahlten Folgeaufträgen führten.

Im Großen und Ganzen sind Online-Livekonzerte sehr zu empfehlen, aber es sollte von Anfang an klar sein, dass es sehr viel Arbeit macht, wenn Qualität geliefert werden will. Die strategische Planung und Vorarbeit sind das A und O eines solches Projektes – und das erfordert Zeit und vor allem den Willen, sich mit neuen Medien und Techniken auseinanderzusetzen.

Zum Schluss gibt Marie-Luise allen Interessierten noch mit auf den Weg, dass es wichtig ist, sich in all seinen Überlegungen an der Zielgruppe zu orientieren und nicht an dem, womit man sich selbst am wohlsten fühlt oder was alle anderen machen.

Es steckt viel Engagement in einem guten Streaming-Konzert, aber die Arbeit lohnt sich.

Meine Mission

Als Co-Pilotin und Partnerin in Crime unterstütze ich dich dabei eine profitable musikalische Karriere aufzubauen. RAKETEREI ist Deine Räuberleiter in die Musikbranche.

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